Traditionsreiche Kulturen
Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Es gibt verschiedene Bevölkerungsgruppen, die alle ihre jeweils eigenständige Kultur bewahren.
Die Lenca
Die Lenca, sind die größte Gruppe Einheimischer in Honduras. Sie besiedeln den Westen und Südwesten dieses Landes. Es werden derzeit ca. 80 000 Lencas dort gezählt. Leider haben die meisten Lencas ihren eigenen Dialekt im Laufe der letzten Jahrhunderte verlernt.
Ihren kulturellen Ursprung haben sie aber weiterhin bewahrt. Zu Ehren des Schutzpatrons finden im Januar jeden Jahres traditionelle “Guancasco“ Tänze im Rahmen eines Festivals statt. Dieser besondere Tanz soll den Frieden zwischen den verschiedenen Menschen und Dörfern symbolisieren.
Traditionell bauen die Lenca Mais und Bohnen an. Heute bilden Kartoffeln und Gemüse, die sie erst seit einigen Jahrzehnten kultivieren, ihre wichtigste Lebensgrundlage.
Die Lencas sind in ganz Honduras für ihre Töpferkünste bekannt. So ist es kein Wunder, dass die dort entstandenen Produkte (alle in Handarbeit) auch landesweit verkauft werden.
Die Garifuna
Die Garifuna sind im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Gruppen nicht „richtige“ Einheimische, da sie erst im Jahre 1796 von St. Vincent nach Honduras gekommen sind. Weitere Informationen über die Ankunft der Garifuna in Honduras sowie deren Sprache finden Sie unter Honduras Die Menschen.
Es leben insgesamt ca. 200 000 Garifunas in Zentralamerika. Mit über 100 000 davon in Honduras hat diese Bevölkerungsgruppe einen großen Einfluss auf das Land.
Die Garifunas haben ihre Traditionen und Sprachen beibehalten. Dabei lassen sich immer wieder afrikanische sowie indianische Einflüsse erkennen. So werden z.B. bei der Jagd noch Speere und Hände verwendet, wobei diese Jagd aber von Gesang, Tanz und Religionsritualen begleitet wird.
Das Essen der Garifunas hat den Ruf eines der Besten in Honduras zu sein. Eine der wichtigsten Zutaten ist Kokosnuss. Daraus wird dann Kokosnussöl, Kokosnussbrot, Kokosnusssüßigkeiten und vieles mehr hergestellt. Gebratener Fisch, Platano Chips (eine Art Pommes Frites aus Kochbananen) und eine Bohnenmischung werden z.B. in Kokosnussöl angebraten.
Die Musik der Garifunas ist überall in Honduras gegenwärtig, sobald eine Party stattfindet oder ein junger Mensch im Haus wohnt. Selbst die Unesco hat diese Musikrichtung im Jahre 2001 als “masterpiece of the oral and intangible heritage of humanity” ausgezeichnet. Oftmals sind es traditionelle Lieder, jedoch werden auch immer mehr Popsongs zu Punta Versionen abgeändert. Besonders beliebt sind dafür Lieder von Boybands wie die Backstreet Boys oder aber auch von Sängerinnen wie Britney Spears und Christina Aguilera. Lustigerweise gibt es auch Punta Versionen von Rammstein und man glaubt es kaum den “No Angles“, den deutschen Popstars-Gewinnern aus dem Jahre 2000.
Das Wort Garifuna bedeutet übrigens “Cassava essende Menschen“. Cassava ist ein dünnes, krustiges Brot auf Basis von Maniok oder Yucca.
Die Pech
Die Pech, oftmals auch Payas genannt, bestehen aus ca. 2000 Stammesmitgliedern, die sich in der Moskitia, Olancho und Silin nahe Trujillo aufhalten. Dies ist der kleinste Einheimischenstamm in Honduras und es sind auch die wenigsten Informationen darüber bekannt.
Aufgrund des Gebietes in dem sie sich aufhalten und dem sich daraus ergebenden geringen Kontakt zur „Außenwelt“ Festland Honduras und Bay Islands, blieb ihre Sprache und Kultur quasi unberührt. Es gibt allerdings mittlerweile einige Pechs die bereit sind, als Fremdenführer zu arbeiten, um diese Region Touristen näher zubringen.
Auf keinen Fall sollte man ohne Führer in die Gebiete der Pech fahren, da diese Gebiete sehr unübersichtlich sind, oftmals diese Menschen keine weishäutigen Personen kennen und weder Englisch noch Spanisch sprechen. Somit ist es einem unmöglich, dieser Kultur mit dem angebrachten Respekt zu begegnen und es besteht auch die Gefahr, sich in dem Dschungelgebiet zu verirren. Die Pech selbst sind aber sehr friedfertig und freundlich wenn man mit einem Führer kommt und dadurch die Kommunikationsschwierigkeiten überbrückt werden können.
Die Miskitos
Die Miskitos, leben, wie der Name schon vermuten lässt, in der Moskitia. Sie sind aber zahlenmäßig den Pech mit 60 000 Miskitos bei weitem überlegen. Ihr Gebiet umfasst ca. 48 280 qkm Sumpfland, Savannen und Regenwälder. Allerdings bilden sie meist kleinere Städte wie z.B. Puerto Lempira, das sogar regelmäßige Schiffs- und Flugverbindungen vorweisen kann. Damit ist dieser Stamm deutlich weniger isoliert als die Pech.
Während der Kolonialzeit waren die Miskitos die größten Feinde der Pech, da Sie von den Spaniern mit Waffen ausgerüstet wurden, um die Pechs zu vertreiben. Heute allerdings gibt es keine größeren Spannungen mehr zwischen den Stämmen und das gemeinsame Gebiet Moskitia wurde auch untereinander aufgeteilt.
Die Chorti Maya
Die Chorti Maya, sind direkte Nachfahren der Maya und leben in der Region um Copan und nahe der Grenze zu Guatemala. Wie der Großteil der guatemaltekischen Bevölkerung kann (und will) dieser Stamm seine Vorfahren nicht verleugnen: schöne glatte braune Haut, die spezielle Nasenform und hohe Wangenknochen zeichnen diese aus.
Die traditionelle Mayatracht wird zwar fast ausschließlich nur noch zu Festtagen getragen und auch die Sprache wird lediglich von den Älteren noch gesprochen, aber ansonsten haben sie ihre Traditionen und Kultur beibehalten. Die meisten Chorti verdienen ihr Einkommen mit dem Herstellen typisch honduranischer Kunst und Töpferei oder auf dem Feld, wo sie hauptsächlich Getreide anbauen.
Wie ihre Vorfahren führen sie mystische Rituale durch um z.B. für Regen zu beten oder das Böse auszutreiben. Für diese Rituale, zu denen spezielle Tänze aufgeführt werden, wird fast im Tabak verwendet. Die Chorti Maya essen hauptsächlich Tortillas, Weizen Tamales, Bohnen und alle sonstigen Produkte, die sie aus ihrem Feldanbau ohne Maschinen herstellen können. Die Ernährung ist meist vegetarisch.
Die Tawahka
Die Tawahka, sind wie die Pechs zahlenmäßig mit ca. 2000 Personen die kleinste Gruppe. Sie leben fast ausschließlich im Tawahka Asangni Naturpark im Süden der Moskitia. Sie sind meist Bauern, Jäger oder Fischer. Im Gegensatz zu den Pech haben Sie aber ein 2sprachiges Schulsystem aufgebaut, so dass alle dort sowohl die Sprache der Tawahka als auch Spanisch lernen. Laut Legende der Tawahka sind die Stammesväter Namens Mai-Sahana und Yapti-Misri aus einem großen Stein im Fluss Patuca entstanden und haben die Miskitos und Tawahkas gebildet.
Die Xicaque
Die Xicaque, oder auch Tolupanes genannt bestehen aus ca. 20 000 Menschen und leben in insgesamt 26 Dörfern der Region Yoro sowie 2 Dörfern am Berg de la Flor. Lediglich die Bewohner der Bergdörfer haben ihre Muttersprache beibehalten. Die Sprache ist laut Sprachforschern verwandt mit der von dem Stamm Hokan-Sioux. Sie bauen viele Früchte sowie auch Tabak an. Die Rollenaufteilung ist immer noch sehr traditionell, wobei Männer oftmals jagen und Pflanzen anbauen gehen und Frauen sich um den Haushalt sowie Kinder kümmern. Oftmals steuern die Frauen allerdings ein Nebeneinkommen durch Körbe flechten bei.
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