Die Menschen

Bunte Mischung

In Honduras leben etwa 7,3 Millionen Menschen. Dabei lassen sich hinsichtlich der Zusammensetzung der Bevölkerung drei Bevölkerungsgruppen ausmachen: Ladinos, Indígenas und Afro-Honduraner (unter anderem Garífunas). Diese Gruppen unterscheiden sich (teilweise) in ihrer äußeren Erscheinung sowie kulturell und sprachlich voneinander.


Ladinos

Weiße, Mestizen indianisch-europäischer Abstammung und kulturell angeglichene Indigena-Nachkommen bilden zusammen die Gruppe der Ladinos. Der Begriff spielt auf die vom Lateinischen abstammende spanische Muttersprache (Lateinisch – latino – ladino) dieses Bevölkerungsteils an. Die Ladinos sind mit Abstand die größte der drei Bevölkerungsgruppen (ca. 90 % der Bevölkerung).

Weitgehend integriert in die Großgruppe der Ladinos ist die kleine Anzahl von Nachfahren christlich-palästinensischer Einwanderer, in Honduras meist fälschlich als "turcos" (Türken) bezeichnet. Die wenigen Familien, die sich zu dieser (insgesamt zwischen 175.000 und 300.000 Personen starken) Gruppe zählen, konzentrieren sich hauptsächlich im wirtschaftlichen Zentrum des Landes, in und um San Pedro Sula. Sie stellen kulturell keinen Fremdkörper in der spanisch-katholisch dominierten Gesellschaft dar, weil die um 1900/1920 und in einer zweiten Welle um 1947 (Staatsgründung Israels) eingewanderten Familien sich in Sprache, Sitten usw. weitgehend angeglichen haben.


Indígenas

Die indigenen Gemeinschaften in Honduras machen etwa 7 % der Gesamtbevölkerung aus. Sie unterscheiden sich soziokulturell stark vom Rest der Gesellschaft, da sie zumeist in entlegenen Landesteilen (z.B. in der weitgehend unerschlossenen Urwald-Region Mosquitia oder im Hochland der Grenzregion zu Guatemala) leben. Die Indígena-Gemeinden versuchen, nicht nur ihre kulturellen Eigenheiten (Sprache, Religion usw.) zu bewahren, sondern auch die traditionellen Formen des Zusammenlebens und Wirtschaftens beizubehalten.

Sie sind größtenteils Nachfahren der Maya und differenzieren sich untereinander in mindestens neun Untergruppen. Davon sind die Lenca zahlenmäßig am bedeutendsten. Weitere Völker sind die Miskitos, Chortí, Pech, Xicaque, Paya, Tolupan, Tawahka und Nahoa.


Afro-Honduraner & Garífunas

Ungefähr drei Prozent der Bevölkerung Honduras` ist schwarzer Hautfarbe. Etwa die Hälfte davon bezeichnet man als Garífunas. Diese leben in weitgehend autarken Gemeinschaften an der Karibikküste sowie auf den Inseln Roatán, Utila und Guanaja und pflegen, ähnlich den Indígenas, ihre traditionelle Lebensweise und in allen Gemeinschaften dominieren die eigene Sprache und Kultur.

Die Geschichte der Garifunas begann im 17. Jahrhundert mit dem Schiffbruch zweier Sklavenschiffe und der Flucht der darauf gefangenen Afrikaner auf die Karibikinsel St. Vincent. Sie vermischten sich mit den Ureinwohnern der Insel, und ihre Nachfahren wurden Ende des 18. Jahrhunderts von den Engländern nach Roatán deportiert. Von dort aus verteilten sich ihre Dörfer entlang der Karibikküste, so dass Garífuna-Gemeinschaften heute in Belize, Guatemala, Honduras und Nikaragua zu finden sind.

Auch die englischsprachigen Afro-Honduraner konzentrieren sich an der Karibikküste und vor allem auf den ihr vorgelagerten Inseln (daraus resultiert ihre offizielle Bezeichnung "isleños" von spanisch "isla" = Insel). Dieser Teil der Bevölkerung unterscheidet sich abgesehen von der Sprache (so gut wie alle isleños sprechen neben Englisch auch Spanisch) soziokulturell kaum von der ladinischen Mehrheit. Sie haben keine so ausgeprägte Gruppenidentität wie die Garífunas.


Zusammenleben

Überraschenderweise gibt es kaum Konflikte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und alle akzeptieren und respektieren sich untereinander. Dennoch war es bis vor ca. 10 Jahren üblich, dass ein Garifuna einen Garifuna heiratet und nicht z.B. einen Pech. Dies spielt allerdings für die jüngere Generation keine Rolle mehr so, dass sich die Kulturen immer mehr miteinander vermischen.